Mc Leaf has written
Ganz im Gegenteil! Philosophie lehrt einem u.a. kritisches Denken, d.h. nach dem Warum zu fragen, nach den Ursachen. Etwas zu dem die meisten Menschen heutzutage nicht mehr fähig sind, was verhehrende Folgen für Politik, Wirtschaft bis hin zur Umwelt hat.
Zauberei has written
Ich behaupte, dass es trotzdem zu unwichtig ist. Es ist etwas, was man gerne zu Hause machen kann, wenn man sich damit beschäftigen will, ähnlich wie meine Einstellung zu reinem Religionsunterricht. Von mir aus eine Arbeitsgemeinschaft wie es mit Fächern wie Kochen oder Gärtnern ist, aber als Fach... das halte ich für überbewertet.
Ganz im Gegenteil! Philosophie lehrt einem u.a. kritisches Denken, d.h. nach dem Warum zu fragen, nach den Ursachen. Etwas zu dem die meisten Menschen heutzutage nicht mehr fähig sind, was verhehrende Folgen für Politik, Wirtschaft bis hin zur Umwelt hat.
Wir leben heute in einer morallosen Gesellschaft und meiner Meinung nach ist das alles sowieso ein Teufelskreis: Die Eltern erziehen ihre Kinder nichtmehr richtig oder nur bedingt -> Die Kinder benehmen sich in der Schule asozial -> Bildungsmangel -> Kinder werden eventuell auch zu Eltern -> von vorne
Und gleichzeitig auch: Ungebildete, ungezogene oder religiös gesehen fanatische Ausländer kommen nach Deutschland -> Kommen mit dem Bildungs- und Arbeitssystem in Deutschland nicht klar (a.k.a. "Ey, voll behindert, Deutsch ich nicht lernen wollen!") -> Machen Tohuwabuha in Deutschland (wie auch immer man Tohuwabuha schreibt)
Dieses Tohuwabuha äußert sich in Formen von extrem konservativen Ansichten (z. B. muslimische Kopftücher, nebenbei gemerkt tragen in der Türkei in der Schule die Mädchen KEIN Kopftuch dank Gleichberechtigung. Wieso dann in Deutschland? [Gleichberechtigung in Türkei ist eh ein Fall für sich

Zurück zu Philosophie: Ob das wirklich etwas bringt... Ich denke eh, dass die meisten Länder mit Deutschlanderziehungsniveau untergehen. Meiner Meinung nach wird Japan in den nächsten Jahren verdammt aufblühen, die haben uns vermutlich eh schon überholt.
Mc Leaf has written
Hatte das Fach auch nicht an der Schule, hielt es damals ebenso für eher unwichtig, um nicht zu sagen dummes Gefasel. Wie ich dazu kam, weiß ich nicht mehr, aber es stellt auf jedenfall eine gelungene Ergänzung zu meiner ansonsten eher rationalen, naturwissenschaftlichen Prägung dar.
Zauberei has written
Allerdings sage ich gleich, dass ich den Lehrplan bei uns in Hessen für Philosophie nicht gut kenne und das Fach selber nie hatte, kann sein, dass doch etwas völlig anderes gelehrt wird, als ich dachte.
Hatte das Fach auch nicht an der Schule, hielt es damals ebenso für eher unwichtig, um nicht zu sagen dummes Gefasel. Wie ich dazu kam, weiß ich nicht mehr, aber es stellt auf jedenfall eine gelungene Ergänzung zu meiner ansonsten eher rationalen, naturwissenschaftlichen Prägung dar.
Ich sehe das so: Solange es kein wichtiges Hauptfach oder ähnliches ist, wird es nichts bringen: Nebenfächer oder lästige Fremdsprachen kann man auf dem Gymnasium gewöhnlich immer abwählen, wenn man kein Bock dazu hat. Und die Philosophiematerie ist nicht eben so "auswendig lernen" und gut ist, nein: Das ist wirklich Gefühl für das Fach, was man braucht. Und das hat nicht jeder, will auch nicht jeder haben.
Von Realschulen und Hauptschulen gehe ich gar nicht erst aus, meiner Meinung nach sollte die Hauptschule abgeschafft werden und die Realschule ein bisschen verschärft werden.
Mc Leaf has written
Ganz einfach. Weil es zum Menschsein dazu gehört. Was lehrt, bzw. sollte man denn den Menschen in der Schule lehren? Genau das, was ihn erst zum Menschen macht: Sprache, Kultur, Naturwissenschaft, Geschichte usw.
Der Mensch fing erst an zu dem zu werden, was er heute ist, als er anfing sich Gedanken über seine (Um-)Welt zu machen (zu spekulieren) und nach Erklärungen zu suchen. Das hatte seine Ursprünge im Mystizismus, als die Menschen bspw. noch glaubten, dass Sonne und Mond irgendwelche Götter seien (
), weil sie keine anderen Erklärungen hatten, bzw. nicht haben konnten, führte dann irgendwann zur Naturphilosophie usw. ...
Sich Gedanken über Dinge zu machen, die man nicht weiß, anstatt nur irgendwelches aufbereitete Wissen zu replizieren ohne es zu hinterfragen (wie TKD schon anmerkte), das ist Philosophie.
Gut, auch in der Physik arbeitet man zunächst mit Hypothesen, aber die Methodik ist anders und außerdem erlegt sich die Physik durch die Forderung der Falsifizierbarkeit und Verifizierbarkeit selbst Grenzen der Erkenntnis (letzteres gilt natürlich nicht für strenge Empiristen, Leute die nur an das glauben, was sich objektiv messen lässt).
Wie auch immer.
Zauberei has written
Wenn du selber sagst, dass spekulative Natur ist, wieso sollte es denn dann unterrichtet werden? 

Ganz einfach. Weil es zum Menschsein dazu gehört. Was lehrt, bzw. sollte man denn den Menschen in der Schule lehren? Genau das, was ihn erst zum Menschen macht: Sprache, Kultur, Naturwissenschaft, Geschichte usw.
Der Mensch fing erst an zu dem zu werden, was er heute ist, als er anfing sich Gedanken über seine (Um-)Welt zu machen (zu spekulieren) und nach Erklärungen zu suchen. Das hatte seine Ursprünge im Mystizismus, als die Menschen bspw. noch glaubten, dass Sonne und Mond irgendwelche Götter seien (

Sich Gedanken über Dinge zu machen, die man nicht weiß, anstatt nur irgendwelches aufbereitete Wissen zu replizieren ohne es zu hinterfragen (wie TKD schon anmerkte), das ist Philosophie.

Gut, auch in der Physik arbeitet man zunächst mit Hypothesen, aber die Methodik ist anders und außerdem erlegt sich die Physik durch die Forderung der Falsifizierbarkeit und Verifizierbarkeit selbst Grenzen der Erkenntnis (letzteres gilt natürlich nicht für strenge Empiristen, Leute die nur an das glauben, was sich objektiv messen lässt).
Wie auch immer.
Das Problem ist aber, dass man das nicht so einfach lernen kann, dieses Hinterfragen ist ein bisschen mehr als Interesse, verstehst du? Ich würde außerdem sagen, dass Philosophie zu speziell ist, dass sie jedermann lernen kann, so dass wir so Kulturbegeistert sind wie im antiken Rom. Heute gibt es einfach viel zu viel Wissen, als dass man das alles können müsste.
Mc Leaf has written
Na toll, dann also eine Art zusätzliche Fremdsprache, wo man dann Fachbegriffe wie Vokabeln pauken darf, wie ätzend.
[...]
Das Vorhandensein eines Begriffes im passiven Wortschatz setzt allerdings voraus, dass man es häufig und aktiv verwendet (was mit der Gedächtnisstruktur des Menschen zusammenhängt - Stichwort Kurz-/Langzeitgedächtnis). Wie gesagt würde es bei deinem Vorschlag (Schulfach "Fachbegriffe") nur in einem stupiden Auswendiglernen enden. Zudem, wie soll man entscheiden, welcher Begriff wesentlich und welcher eher unwesentlich ist? Das können nur die einzelnen Fachdisziplinen selbst, und geschieht dort auch ganz beiläufig. Ich musste mich nie hinsetzen und auswendig lernen, was der Begriff "Atom" bedeutet, sowas kam irgendwann - durch häufige Wiederholung - von ganz alleine.

Das Vorhandensein eines Begriffes im passiven Wortschatz setzt allerdings voraus, dass man es häufig und aktiv verwendet (was mit der Gedächtnisstruktur des Menschen zusammenhängt - Stichwort Kurz-/Langzeitgedächtnis). Wie gesagt würde es bei deinem Vorschlag (Schulfach "Fachbegriffe") nur in einem stupiden Auswendiglernen enden. Zudem, wie soll man entscheiden, welcher Begriff wesentlich und welcher eher unwesentlich ist? Das können nur die einzelnen Fachdisziplinen selbst, und geschieht dort auch ganz beiläufig. Ich musste mich nie hinsetzen und auswendig lernen, was der Begriff "Atom" bedeutet, sowas kam irgendwann - durch häufige Wiederholung - von ganz alleine.
Nun ja, bei vielen klappt es aber nicht. Und die aktive Verwendung herrscht ja dann in den Fächern. Angenommen du bekommst eine Liste und liest dann in Ethik das tolle Wort "Etymologie", du würdest dich sofort an deine Liste erinnern. Alleine das Fach bringt natürlich nichts, aber in Kombination mit den anderen, schon.
Welche Wörter? Ganz einfach solche, die immer fächerübergreifend auftreten. Linear zum Beispiel. Oder Metamorphose. Soetwas halt. In 13 Jahren hängen die Begriffe dann bestimmt signifikant im Hirn... oder in 12 Jahren, dank den Pappnasen...
Mc Leaf has written
Tat ich während der Schulzeit zwar auch nie [das Tageszeitungenlesen] (nebenbei hatte ich damals sogar meine mündliche Abiturprüfung im Fach "politische Weltkunde" aus diversen Gründen mehr oder weniger absichtlich verpennt...
), kam aber nach dem Abitur irgendwie von ganz alleine, weil ich angefangen habe, wirtschaftspolitische Zusammenhänge zu hinterfragen, was wiederum damit zusammenhing, dass ich mit der bestehenden Gesellschaftsordung nicht nur unzufrieden war, sondern auch noch meinte, dass hier eklatante Widersprüche bestehen.

So mein lieber Onkel Leaf... Glaubst du in Deutschland liest jemand überhaupt noch freiwillig, auch nachher noch die Tageszeitung? Für uns ist es doch heutzutage viel wichtiger während der Schulzeit zu heiraten, so wie eine Mitschülerin meinerseits in Ethik, wir haben eh zu wenig Nachwuchs... Oder seine superrealistischen Träume wie Nagellackdesignerin und Topmodel zu erreichen.
Und ganz wichtig, immer seine eigene Meinung haben, wie ein komisches Chatgirlie, dass sich bei mir ausgeheult hat:
Quote
ich krieg ne zahnspange und jetzt will ich sterben [...] hmm mein kumpel will sie mir raushaun [...]
ja ich will nich mehr leben wenn ich sowas im mund hab ganze stylingw eg
ja ich will nich mehr leben wenn ich sowas im mund hab ganze stylingw eg
Siehst du? Jugend hat heute ihre Meinung und so. Auch ohne Tageszeitung.
Mc Leaf has written
Ich halte von Zwang per se überhaupt nix. Man muss Menschen dazu bringen, etwas zu wollen, sie motivieren. Ansonsten schreckt man sie eher ab.
Ganz ehrlich, wenn du niemanden zwingst, kommen so lustige... Sorry... Missgeburten herbei, die vor dir gar keinen Respekt mehr haben. Die kleine Schwester einer Freundin ist ein richtiger Engel, vielleicht ein bisschen laut und aufbrausend, aber die ist seit einem halben Jahr in der Grundschule, erste Klasse und kann schon den Mittelfinger zeigen, auch in richtigen Situationen, aber sie weiß noch nicht, was das bedeutet. "Respekt" muss man da sagen... denn genau das ist das, was den Meisten heute fehlt. Vor Lehrern, vor Erwachsenen, vor anderen, vor sich selbst.
Mc Leaf has written
Ich persönlich finde es nicht wichtig, Konrad Adenauer zu kennen. Und wenn Leute meinen, dass es wichtig ist, bestimmte Persönlichkeiten zu kennen, dann meinen sie damit eigentlich, dass es wichtig ist, sich mit einem gewissen Thema (was wiederum Aufgabe der entsprechenden Fachdisziplin ist) hinreichend auseinandergesetzt zu haben, hier im konreten Fall die Gründung der BRD.
Ohne dieses Hintergrundwissen ist die Kenntnis wichtiger Persönlichkeiten einfach nur zusammenhanglos und ohne Substanz, so als würde man eine Liste der wichtigen Jahreszahlen aufstellen und auswendiglernen...
Ohne dieses Hintergrundwissen ist die Kenntnis wichtiger Persönlichkeiten einfach nur zusammenhanglos und ohne Substanz, so als würde man eine Liste der wichtigen Jahreszahlen aufstellen und auswendiglernen...

Okay, du hast mich einerseits überzeugt.
Andererseits musst du mir dann sagen, wieso man dann trotzdem noch eine 1 im Politik & Wirtschaft bekommen kann.
Mc Leaf has written
Da gebe ich dir Recht. Das hängt wohl zum einen damit zusammen, dass hier auch gewisse Denkkategorien vermittelt werden sollen (ein Historiker denkt wie gesagt anders als ein Mathematiker), und zum anderen, dass das, was historisch wichtig ist, subjektiv, also von geographischen Faktoren abhängt. Ein Inder interessiert sich nicht für Adenauer, wohl aber für Gandhi. Und jedem Menschen die Geschichte der Welt zu lehren, dazu fehlt dann wohl einfach die Zeit, so schade es auch ist.
Zauberei has written
In dem Fach sollte eh etwas mehr wie ein genereller Bildungsüberblick vor allem von sozialwissenschaftlichen Fächern drin sein, wie zum Beispiel die gesamte Geschichte der Menschheit in groben Zügen erklärt, statt ständige Quellenanalyse von irgendwelchen punktuellen Ereignissen. Denn genau das fällt doch heute den meisten: Überblick 

Da gebe ich dir Recht. Das hängt wohl zum einen damit zusammen, dass hier auch gewisse Denkkategorien vermittelt werden sollen (ein Historiker denkt wie gesagt anders als ein Mathematiker), und zum anderen, dass das, was historisch wichtig ist, subjektiv, also von geographischen Faktoren abhängt. Ein Inder interessiert sich nicht für Adenauer, wohl aber für Gandhi. Und jedem Menschen die Geschichte der Welt zu lehren, dazu fehlt dann wohl einfach die Zeit, so schade es auch ist.
Ja.
Mc Leaf has written
Und nicht vergessen, ich bin 28, du 17. Und ich kenne Menschen, die sind wesentlich älter aber dennoch ungebildeter als du, so: don't worry 

Wrong, 16.

Mc Leaf has written
Nach Maßstäben der (kapitalistischen) Wirtschaft soll der Mensch eben nur funktionieren, und nicht denken.
BWLer und Philosophen können sich daher auf den Tod nicht ausstehen.
Zauberei has written
Schule wird eher zur reinen Anwendungsfabrik, wenn du mich fragst.
Nach Maßstäben der (kapitalistischen) Wirtschaft soll der Mensch eben nur funktionieren, und nicht denken.
BWLer und Philosophen können sich daher auf den Tod nicht ausstehen.

True, true. Manno.